Zahnärztliche Gemeinschaftspraxis am Röder, Dres. med. dent. Anja & Ralf Seubert, 90518 Altdorf b. Nürnberg

Parodontologie

Parodontitis ist eine Entzündung des gesamten Zahnhalteappartes bestehend aus Zahnfleisch, Zahnbett (Parodont) und dem Zahn umgebenden Kieferknochen.

zahnbelagbakterien

Die Hauptursache für Parodontitis ist der Zahnbelag. Dieser Belag besteht aus Bakterien und Speiseresten, welche sich in den Zahnfleischtaschen und zwischen den Zahnzwischenräumen befinden.

 

parodontitis1Die Bakterien des Zahnbelages produzieren verschiedene schädliche Stoffe (Toxine), die zu einer Entzündung des Zahnfleisches führen. So schwillt das Zahnfleisch an und beginnt zu bluten. Im weiteren Verlauf wird ebenfalls von Toxinen der Bakterien der Kieferknochen angegriffen. Die Folge ist der unwiederbringliche Abbau von Knochen. Dies ist dann auch der Grund für vorzeitigen Zahnverlust.

 

parodontitis2

 

Falls in diesem Stadium keine Behandlung durchgeführt wird (d.h. Aufklärung des Patienten in richtiger Pflege, Entfernung des Zahnbelages, Politur der Zähne und Optimierung der Zahnpflege), so ist eine weitere Vermehrung der Bakterien des Zahnbelages in den Zahn- fleischtaschen nicht zu ver- hindern.


Die Untersuchung

Nur durch eine ausführliche Diagnostik kann auch eine geeignete Therapie eingeleitet werden. Dieses einfache Prinzip ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Konzeptes.

Vor jeder Behandlung steht also die gründliche Diagnostik.
Aufgrund der intensiven internationalen Zusammenarbeit sind hierfür ausgebildete Zahnärzte in der Lage, eine ausführliche Diagnostik zu betreiben und so die jeweilige Behandlung genau auf das individuelle Krankheitsbild des einzelnen Patienten abzustimmen.

paro_1Das ist sehr wichtig, denn es gibt verschiedene Formen der Parodontitis mit jeweils unterschiedlichen Ursachen. Die Parodontitis ist eine bakterielle Erkrankung. Aufgrund dessen ist es oftmals ratsam ist durch ein hochmodernes molekular-genetisches Verfahren zunächst nachzuweisen, welche speziellen Bakterien die individuelle Ursache der Parodontitis sind. Gegebenenfalls kann auch eine mögliche Erbbelastung nachgewiesen werden.

 

 

parodontitis3Beim Vermessen der Zahnfleischtaschen kann der Zahnarzt Rückschlüsse auf die Zerstörung der Kieferknochen ziehen, das heißt er sieht, wieviel Knochenmasse noch vorhanden ist.Beide Untersuchungen, Zahnfleischkontrolle sowie das Vermessen der Taschen, sollten möglichst regelmäßig erfolgen, um somit schon leichte Parodontitis oder Zahnfleischentzündungen zu erkennen   und zu beseitigen.

 

 

paro_6Mit der zweidimensionalen Röntgendarstellung eines Kieferknochens und den Ergebnissen der Vermessung von Zahnfleischtaschen erhält der Zahnarzt entscheidende Erkenntnisse über den Zerstörungsgrad sowie die Art der Defekte am Kieferknochen und kann so die entsprechende Behandlung einleiten.

 


Behandlungsmöglichkeiten

Mit einer Parodontitis-Behandlung verbinden viele Patienten immer noch die Vorstellung einer unangenehmen und schmerzhaften Operation.

Die moderne Parodontitis-Behandlung sieht heutzutage anders aus. Immer mehr setzten sich auch in diesem Bereich minimalinvasive, schonende Techniken durch. Diese werden Ihnen auch von uns angeboten.

Zur eigentlichen Hauptbehandlung gehört eine gründliche und schonende Säuberung der Zahnfleischtaschen bzw. der Wurzeloberflächen von den schädlichen Bakterien, die zur Zahnfleischentzündung oder zum Knochenabbau führen. Eine solche Behandlung erfolgt stressfrei und schonend bei lokaler Betäubung und durch speziell entwickelte Instrumente.

Ist der Knochen bereits sehr stark abgebaut, die Parodontitis also schon sehr weit fortgeschritten, ist eine Operation nicht nur ratsam, sondern notwendig. Dabei wird heutzutage das Zahnfleisch jedoch nicht weggeschnitten, sondern sanft vom Zahn gelöst. So können die tiefen Defekte im Knochenbereich gereinigt und ggf. wieder aufgebaut werden.
Dies erfolgt bei uns stets Mikro-Chirurgisch. Das heißt mit speziellen sehr feinen Instrumenten unter der Verwendung von Lupenbrillen. Vorteil für sie: Nach der Operation haben sie deutlich weniger Schmerzen, kaum Schwellung und eine rasche Heilung.


 

Die Behandlungsinstrumente

parodontitis4Immer noch weit verbreitet sind bei der Reinigung der Taschen und Wurzeloberflächen die gefürchteten Handinstrumente. Nicht bei uns. Wir verwenden modernste Air-Scaler, das sind spezielle Schallinstrumente. Diese sind verwandt mit den Ultraschallinstrumenten, die Sie von der Zahnsteinentfernung kennen. Handinstrumente werden nur noch unterstützend bzw. ergänzend zu dem Airscaler verwendet. Diese Schall-Methode entspricht auch dem aktuellen Stand der Wissenschaft.


 

Knochen- und Gewebsregeneration

Zahnfleisch und Knochen sind oft durch Parodontitis sehr stark geschädigt. Bis vor einigen Jahren war es für Patienten und Behandler „ein Traum“, den Kieferknochen trotz einer solch fortgeschrittenen Erkrankung „zurückzubekommen“ und die Zähne nicht zu verlieren.
Jetzt ist es in vielen Fällen möglich. Neue chirurgische Behandlungen und wissenschaftlich gesicherte Methoden führen zum Erfolg.
Durch die Diagnostik weiß der Parodontologe, wann und an welcher Stelle das gewünschte Ergebnis zu erreichen ist.

Durch die Möglichkeit des Knochenaufbaus und der Regeneration des zerstörten Gewebes bekommen die Zähne ihr natürliches Stützgewebe zurück. Dies kann durch mehrere etablierte und wissenschaftlich gesicherte Verfahren erreicht werden.

knochenaufbauHierbei unterscheidet man zwei Verfahren, welche auch in Kombination verwendet werden können. Zum einen lassen sich bestimmte Defektsituationen mit Knochenersatz-materialien oder autologem Knochen (Eigenknochen) auffüllen und mit einer Membran abdecken. Diese Membran ist der Schutz nach außen und stabilisiert die Knochenneubildung. Zum anderen gibt es so genannte Schmelzmatrixproteine, diese sind maßgeblich an der Zahnentstehung beteiligt. Aufgrund dieser Tatsache werden diese Proteine seit vielen Jahren erfolgreich in der Wiederherstellung des Zahnhalteapparts eingestzt. Sie bewirken, dass sich ein neuer Wurzelzement, neue Haltefasern mit ihrem Bindegewebe und auch neuer Knochen bilden kann.

Auf sehr natürliche Weise erhält der Patient viel von der gesunden Stabilität und eine gesteigerte Lebensdauer seiner Zähne zurück.

Diese Behandlung wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.